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Transkriptionsregeln

Transkriptionsregeln bestimmen, auf welche Weise gesprochene Sprache in eine schriftliche Form übertragen wird. Abhängig von den angewendeten Transkriptionsregeln lassen sich Informationsverluste jedoch manchmal nicht vermeiden. Am  Beispiel "Interview-Transkription" wollen wir das einmal erläutern. Für die Transkription eines Interviews ist es entscheidend, wozu die Interview-Analyse letztlich graucht wird. Der Zweck und das Ziel bestimmen die Transkriptionsregeln. Beispielsweise ob ein "ähmm" transkribiert wird oder weggelassen wird. Letztlich bestimmt der Zweck und das Ziel also die Regel und die Regel bestimmt, welche Informationen man für entbehrlich hält und welche nicht.

Verschiedene Arten von Transkriptionsregeln

Generell existiert eine Vielzahl an Transkriptionsverfahren und -regeln. Meistens stammen diese aus den Bereichen der Sprach- und Sozialwissenschaften. Unterschiede finden sich bei den einzelnen Verfahren vor allem in Sachen Komplexität (diese reicht von einfach über erweitert bis zu komplex) und ihres Anwendungsbereiches. Dabei lässt sich quasi jedes Verfahren nach den eigenen Bedürfnissen erweitern oder verfeinern - auch in diesem Fall abhängig vom Ziel der Interview-Analyse.

Einfache oder erweiterte Transkriptionsregeln

Möchte man Interviews auswerten, dann kommt man also nicht darum, sich genauer mit Transkriptionsregeln zu beschäftigen. An welchen Transkriptionsregeln man sich orientiert, ist von der jeweiligen Sinnebene abhängig. Geht es beim Auswerten der Interviews also vorrangig um Themen und Inhalte, dann genügen einfache Transkriptionsregeln. Steht hingegen implizites Wissen im Fokus der Interview-Auswertung, dann sollte man auf erweiterte Transkriptionsregeln Interview zurückgreifen.

Einfache Transkription

Die einfache Variante der Transkription ist vor allem dann gefragt, wenn es um eine reine Inhaltsanalyse geht. Zwar wird die Sprache in diesem Fall leicht geglättet, die Transkription erfolgt jedoch wortgenau. Bei der Transkription verzichtet man also auf Zögerungslaute („äh“), Wortabbrüche und Stotterer. Dies bringt den Vorteil einer erhöhten Lesbarkeit mit sich. Zudem sind die Inhalte leichter zugänglich.

Erweiterte Transkription

Bei der erweiterten Transkription erfolgt im Gegensatz zur einfachen Variante keine Glättung der Sprache. Somit sind auch Wortabbrüche, Zögerungslaute oder Zwischenlaute in der Transkription vorhanden. Diese Variante ist besonders dann geeignet, wenn in den Interviews auch sprachliche Aspekte untersucht werden sollen. Je detaillierter die Transkription erfolgt, umso geringer fällt jedoch die Lesbarkeit aus.

Beispiel Transkriptionsregeln Kuckartz

Für eine computergestützte Auswertung von Interviews kann man beispielsweise auf die Transkriptionsregeln Kuckartz zurückgreifen. Diese bestehen aus insgesamt 14 Regeln (siehe hier: qualitativeinhaltsanalyse.de/documents/Kuckartz-Qualitative-Inhaltsanalyse-2016-Transkription.pdf). Beispielhaft seien einige der Transkriptionsregeln Kuckartz an dieser Stelle genannt.

• Die Transkription erfolgt wörtlich, also nicht in einer zusammenfassenden oder lautsprachlichen Weise. Somit wird ein Dialekt bei der Transkription nicht berücksichtigt, sondern möglichst exakt in die hochdeutsche Sprache übersetzt.

• Unterstreichungen dienen dazu, besonders betonte Begriffe zu kennzeichnen.

• Das Schreiben in Großschrift verdeutlicht, dass die hervorgehobenen Worte sehr laut gesprochen wurden.

• In Klammern gesetzt werden Einwürfe der jeweils anderen Person im Interview.

• Ebenfalls in Klammern gesetzt werden Unterbrechungen des Interviews sowie der jeweilige Grund für die Unterbrechung (beispielsweise Handyklingeln)

• Worte oder Sätze, die unverständlich sind, werden mit „(unv.)“ gekennzeichnet.